Schatzkiste

Die Mühle /Mahlmühle von Dragutin Karažinec

Der berühmte Mühlbetrieb von Dragutin Karažinec, der sich im Zentrum des Ortes gegenüber der Pfarrkirche der Heiligen Maria Magdalena befand, war aus massivem Mauerwerk gebaut. Gleichzeitig diente er als Wohnhaus für die Familie mit einem Raum für die Arbeiter. Der Mühlbetrieb wurde von zwei großen Mühlrädern betrieben. Er ist auch bekannt wegen der Eigentümerwechsel im Laufe der Jahre. Ursprünglich gehörte der Mühlbetrieb Franz Pust, später ging er in den Besitz seines „Obermüllers“ Viktor Karažinec über. Der Mühlenbetrieb wurde 1969 eingestellt. Der letzte Müller war Dragutin Karažinec, der die Mühle von seinem Vater Viktor Karažinec erbte. Dragutin Karažinec besuchte das Gymnasium in Varaždin und begann Agrarwissenschaften zu studieren. Er absolvierte vier Semester, konnte das Studium jedoch aufgrund der familiären Umstände nicht fortsetzen. Er schloss einen finanziellen Lehrgang ab und begann in der Verwaltung zu arbeiten, bevor er sich dem Müllerhandwerk widmete. Seit 1948 war er aktiver Bergsteiger und übernahm zahlreiche wichtige Funktionen im Bergsteigerverein Ivanec sowie auf nationaler Ebene des kroatischen Bergsteigens. Für seine Verdienste im Bereich des Bergsteigens wurde er 1958 mit der Silbermedaille des Bergsteigerverbands Jugoslawiens ausgezeichnet und erhielt zahlreiche Anerkennungen von lokalen, regionalen und kommunalen Behörden.

Laut den erhaltenen Informationen gab es zwischen den Mühlenbesitzern Konkurrenz, besonders in den Sommermonaten, wenn der Wasserstand der Bistrica verringert war. In diesen Fällen hatten die Mühlen im oberen Teil von Ivanec einen Vorteil. Häufig hatte der Karažinec-Mühlbetrieb mit den beiden Wassermühlenrädern aufgrund des unzureichenden Wasserflusses Probleme, was die Mülleraktivitäten erschwerte.

Insgesamt lässt sich eine enge Verbindung zwischen der Bistrica, den Mühlen und dem Ivančica-Berg erkennen. Da Dragutin Karažinec ein äußerst aktiver Bergsteiger war, sei hier ein kurzer Blick auf unseren Ivančica-Berg geworfen. Früher wurden alle wichtigen Ereignisse und Besonderheiten in den damaligen Zeitungen festgehalten.

INTERESSANTES FAKTUM

Der Pfarrer von Ivanec, Milan Kučenjak, schrieb 1912 in der Zeitschrift Naše pravice, Ausgabe 25, eine interessante Begebenheit:
„... Er dort, wir auf der Ivančica, man sprach miteinander mithilfe starker Spiegel. Sein Spiegelbild sahen wir von der Ivančica aus als einen hell leuchtenden Punkt mitten am Tag. Ebenso sah er das unsere. Man kommunizierte, indem man mit der Hand den Spiegel verdeckte und so wie bei einem Telegrafen Buchstaben übermittelte. Genau um 12 Uhr mittags teilte man aus Ivanić mit, dass es nach dem Meridian 12 Uhr sei, und wir richteten unsere Uhren danach. Unser Leutnant meldete dorthin, dass ihn eine Gesellschaft von Damen und Herren besucht habe; er antwortete uns, dass er nicht so viel Glück habe, da er allein sei. Wir schickten ihm einen Gruß, und er bedankte sich. Auch auf dem Zagreber Sljeme war ein solcher Geograf; doch er hatte seine Arbeit gerade am Vortag beendet und war abgereist.

An diesem Anlass beobachteten wir um 16 Uhr nachmittags auch Sonnenflecken, da es dort alle Arten der besten Ferngläser und Instrumente gab. Es war für uns alle ein Tag wahren Genusses in der Natur, ein unvergesslicher Tag...“. Darüber hinaus schrieb er im Text über die Bedeutung von Ivančica in der Vergangenheit: „...Die Franzosen sind nicht mehr hier; und die Kroaten scheinen sich nicht um ihre natürlichen Schönheiten zu kümmern. Auch die einst begeisterten Touristen aus Ivanec sind fortgegangen. Dr. med. Josip Hruby, heute königlicher Bezirksarzt in Kostajnica, kannte unseren Berg wie kaum jemand anderer. Er hatte eine schöne Sammlung von Steinen von der Ivančica, aus der er schloss, dass die Ivančica in uralter Zeit ein Vulkan gewesen sein könnte. Ein eifriger Tourist war auch Nikola Jordanić, damals Bezirksrichter in Ivanec, heute ein Landratsrat in Zagreb, sowie Ingenieur Ante Vavrović und Vermesser Pajek, denen es ein Vergnügen war, zu jeder Zeit auf die Ivančica zu steigen. Ich glaube, es war im Jahr 1886, als Herr Rehm, Mitglied der Wiener Geographischen Gesellschaft und damals Oberleutnant, etwa zehn Tage lang geografische Studien und Messungen auf der Ivančica durchführte. Ich besuchte ihn mit einer größeren Gesellschaft auf dem Gipfel der Ivančica. Wir verbrachten dort einen ganzen wunderschönen Julitag... Auf geht's in die Berge, in unsere geliebten kroatischen Berge, wo die alten und auch die neuen Feen der Freiheit ihre Wohnstätten haben!“

Wenn wir über das hydroenergetische Potenzial des Baches Bistrica sprechen, ist die Erwähnung der Ivančica unverzichtbar, an deren Fuß die Quelle liegt. Dort beginnt die einstige Realität, heute nur noch Erinnerungen an die alten Mühlen. Der Wasserlauf windet sich damals wie heute durch die Schluchten, nun jedoch zwischen neu errichteten Häusern, während er in der Vergangenheit an kleinen weißen Häuschen vorbeifloss. Es handelt sich um eine interessante vergangene Epoche, die sich mit verschiedenen gesellschaftlichen Tätigkeiten (Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Erbe) verknüpft.

Alle wichtigen Merkmale unseres Ivanec wurden längst von Ausländern erkannt (Franzosen, Belgier, Österreicher), die hier in einem bestimmten Zeitraum lebten, und natürlich auch schon lange vor ihnen von den Johannitern. Insgesamt können wir die geostrategische, militärische und wirtschaftliche Bedeutung unserer Region hervorheben.