Schatzkiste

Die Mühle von Ivica Bukovec

Die Mühle war im Besitz der Familie Bukovec und wurde im Volksmund „Bukovčev melin“ genannt. Der letzte Besitzer war Ivan Bukovec, und die Mühle stellte ihren Betrieb im Jahr 1968 ein. Heute sind von der Mühle nur noch architektonische Überreste vorhanden – die Träger des Wasserrades. Durch eine Verkettung von Umständen und gut ausgerichtete wirtschaftliche Überlegungen wurde das gemahlene Getreide unter anderem für die Regale des nahegelegenen Familienladens produziert. Glücklicherweise ist in unmittelbarer Nähe das bekannte, prächtige Gebäude des Besitzers Đuro Bukovec erhalten geblieben, und es besteht bis heute.

Das Gebäude beherbergte einst eines der ersten größeren Geschäfte in Ivanec, im Besitz von Đuro Bukovec. Im Jahr 1922 führte auch die Familie Herg in diesem Gebäude ihr Geschäft. Später wechselten die Tätigkeiten im Gebäude, es wird die Existenz einer Bank, eines „Bata“-Schuhgeschäfts und eines Eisenwarenladens des Magazins von Ivanec verzeichnet. Die Einwohner von Ivanec nennen dieses Gebäude seither „Bukovčeva zgrada“ (Bukovec-Gebäude).

Eine alte Fotografie vom Geschäft Bukovec aus dem Jahr 1910 zeugt von einem schönen und imposanten Bauwerk, das eine vollständig unversehrte architektonische Einheit offenbart. Ebenfalls bemerkenswert sind die Dorfbewohner und der Besitzer selbst, die stolz dem Fotografen posieren.

Dieses Gebäude könnte mit Sicherheit viele interessante und lehrreiche wahre Ereignisse und Geschichten erzählen. Historisch gesehen besitzt das Objekt eine architektonische Bedeutung, insbesondere durch die Originalität der Fassade, auf der einst dekorative Reliefornamente zu finden waren. Das „Bukovec Gebäude ist einzigartig, da es in der stilistischen Epoche des Historismus und des Jugendstils erbaut wurde. Diese Stilrichtungen hatten das Ziel, die industrielle Produktion durch die Verbindung von Kunst und Handwerk zu verschönern und die schmucklosen Fassaden der Gebäude zu dekorieren.

Die Ornamentik auf dem „Bukovec-Objekt“ stellte eine Besonderheit der lokalen, autochthonen kontinentalen Flora dar, was im 19. Jahrhundert ein regelrechter architektonischer Trend war. Zu den verwendeten Motiven gehörten Maiskolben, Sonnenblumen, Pflaumen, Weintrauben, die Blume Ivančica sowie Tulpen. Durch die angewandten Ornamente bestimmter Produkte, insbesondere Maiskolben und Sonnenblumen, wurden Assoziationen an die Mühle und die Mehlproduktion sowie an die Herstellung von schwarzem Öl (Kernöl) geweckt.